Fischereimethoden

Pelagische Fischereischiffe sind mit speziellen gekühlten Meerwassertanks ausschließlich für pelagische Fischarten konstruiert.

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In Irland gibt es 22 Fischereischiffe, die sich ausschließlich auf pelagische Fische spezialisiert haben. Etwa ein Dutzend anderer Schiffe fangen pelagische Fische nur in bestimmten Zeiträumen im Jahr. Die auf pelagische Fische spezialisierten Schiffe werden „Refrigerated Seawater-Schiffe" oder kurz RSW-Schiffe genannt. Diese sind lediglich 5 Monate im Jahr im Einsatz und fangen nacheinander immer nur eine Fischart.

RSW Vessels RSW-Schiffe

Die RSW-Schiffe verfügen über Tanks, die mit Meerwasser gefüllt sind. Das Wasser wird durch eine Kälteanlage auf eine Temperatur von 0°C heruntergekühlt, bevor die ersten Fische in die Tanks gepumpt werden.

 

Das Wasser in jedem Fischtank wird umgewälzt, indem es oben im Tank abgesaugt, durch einen Rohrbündelwärmetauscher geleitet und anschließend wieder unten in den Tank gepumpt wird. Dadurch muss das Wasser durch die Fische strömen und gewährleistet eine schnelle und gleichmäßige Kühlung.

Pelagische Schleppnetze

Ein typisches irisches RSW-Schiff verwendet pelagische Gespannschleppnetze, um die pelagischen Fische zu fangen. Pelagische Schleppnetze sind um einiges größer als Schleppnetze, die für den Fang von Felchen benutzt werden. Die Schleppnetze werden üblicherweise zwischen zwei Schiffen gespannt, die mit einer Geschwindigkeit von ca. 4,5 Knoten fahren.

Pelagische Schleppnetze werden in einer entsprechenden Wassertiefe befestigt, um die Fischschwärme zu fangen. Die Tiefe wird dabei gesteuert, indem Schleppgeschwindigkeit und/oder die Netzlänge verändert wird. Diese Methode wirkt sich deshalb auch nicht negativ auf die Weichbodenlebensräume bzw. auf die Meeresbodenstrukturen aus.

Modernste Sensoren auf dem Netz übermitteln dem Kapitän, wie viele Fische sich im Netz befinden. Damit kann er steuern, wie viele Fische gleichzeitig gefangen werden können. Dies ist sehr wichtig, da jedes Schiff seine eigene festgeschriebene Fangquote für die jeweilige Fischart hat. Wenn die erlaubte Menge fast erreicht wurde, können die Sensoren so eingestellt werden, dass nur noch die verbleibende erlaubte Menge gefangen wird.

An Bord der Fischereischiffe

Die RSW-Schiffe sind modern und mit den fortschrittlichsten Technologien ausgestattet. Regelmäßig wird in die neueste Technologie investiert. Modernste elektronische Ausstattungen, wie Sonar-, Netz-, und Fangmonitore, haben die Genauigkeit dieser Fischfangmethode enorm verbessert. Die Mehrheit der Crew an Bord der pelagischen RSW-Schiffe arbeitet bereits seit Jahren auf demselben Schiff. Da viele dieser Fischereischiffe Familienbetriebe sind, ist es nicht unüblich, dass Familienmitglieder zusammen arbeiten. Üblicherweise arbeiten zwischen 9 und 10 Crewmitglieder an Bord, darunter auch Matrosen, Ingenieure und der Kapitän. Das Marine Survey Office (MSO) überprüft, dass alle Papiere und Dokumente der Crewmitglieder den erforderlichen Standards entsprechen, wenn ein Konformitätszeugnis für ein Schiff ausgestellt wird.

Die irische RSW-Flotte

Das erste irische pelagische RSW-Schiff, das für den Fischfang genutzt wurde, wurde 1979 gebaut. Irland besitzt mittlerweile 22 ultramoderne pelagische Fischereischiffe, die eine Gesamtlänge von 27 bis 71 m haben und im Schnitt 12 Jahre alt sind. Diese Schiffe fischen hauptsächlich vor Killybegs, im Nordwesten Irlands. Sie haben sich auf große pelagische Schwärme, bestehend aus Makrelen, Heringen, Bastardmakrelen und blauen Wittlingen spezialisiert, die im Frühling, Herbst und Winter gefangen werden.

Obwohl sich der Großteil des Fischfang auf die Westküste Irlands konzentriert, erfordert die Mobilität dieser Fischarten, insbesondere Makrelen, außerdem den Einsatz der Fischereischiffe an den Küsten Schottlands und Norwegens.